Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Braunschweig

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Schleuse Neustadt

Schleuse Neustadt

Die Schleuse Neustadt entstand 1752 als Folgeanlage einer bis dahin vorhandenen sogenannten „Sandschleuse“, einer Art schiefer Ebene, auf der die Schiffe vom Oberwasser des Mühlenwehres ins Unterwasser gelangen konnten. Durch das relativ starke Gefälle war jedoch eine Bergfahrt nicht möglich, so dass ein aufwendiges Umladen des Schiffsgutes zu erfolgen hatte. Diese Tatsache war Anlass für den Bau der Schleuse.


Die Schleuse ist eine einfache Kammerschleuse in den Abmessungen 45 m x 5,2 m.Die Kammerwände und Schleusenhäupter sind in massivem Sandsteinquadermauerwerk errichtet. Beide Schleusentore sind hölzerne Stemmtore. Der heutige Antrieb erfolgt per Hand über Winden und Zahnstangen, ursprünglich vermutlich über sogenannte Bockwinden. Die Füllung und Leerung der Kammer erfolgt ebenfalls per Hand über hölzerne Schütze in den Toren, die mittels einer Zahnstange betrieben (gehoben/gesenkt) werden. Ähnliche Schütze dürften auch in den ursprünglichen Toren vorhanden gewesen sein.


Im Originalzustand der Bauzeit befinden sich heute noch die Kammerwände und Häupter. Inschriften und das Königlich Hannoversche Wappen von Georg III. sind im Mauerwerk noch vorhanden. Die beweglichen Einrichtungen (Tore und Schütze) wurden durch betriebsbedingte Abnutzung inzwischen mehrfach erneuert, entsprechen jedoch in Funktion und Typus den originalen Bauteilen.


Schleuse NeustadtNach dem derzeitigen Kenntnisstand ist die Neustädter Leineschleuse die älteste vorhandene Kammerschleuse in Niedersachsen.Noch heute gut ablesbar und nachvollziehbar ist die Bauweise der Kammern und die Funktion der Technik, insbesondere der Stemmtore. Die Schleuse stellt somit ein herausragendes Beispiel für die technische Entwicklung von Schleusenanlagen speziell des 18. Jahrhunderts dar.


Nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz ist die Schleuse als technisches Baudenkmal wegen ihrer geschichtlichen und wissenschaftlichen Bedeutung einzuordnen.  

Auf Grund ihrer untergeordneten Rolle werden an der Schleuse keine Investitionen mehr getätigt, so dass die Schleuse seit einigen Jahren nicht mehr betriebsbereit ist; es findet lediglich eine Bauwerksüberwachung zur Verkehrssicherung statt.