Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Braunschweig

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Inhalt: Sicherheitstore

Da künstliche Wasserstraßen im Gegensatz zu den natürlichen Flüssen ohne Fließgefälle mit waagerechtem Wasserspiegel verlaufen, kommt es im Verlauf eines Kanals oft zu tiefen Einschnitten oder höheren Aufträgen (Dammstrecken) im Gelände. Zu große Höhenunterschiede werden durch Schiffsschleusen oder Schiffshebewerke überwunden.

In einem Dammstreckenbereich, wo der Wasserspiegel des Kanals über der Geländeoberkante der angrenzenden Landschaft liegt, könnte ein Dammbruch oder eine beschädigte Schleuse dazu führen, dass die gesamte Kanalhaltung ausläuft.
Am Anfang und am Ende der Dammstrecken  wurden deshalb sogenannte Sicherheitstore gebaut. Sie schließen sich automatisch, sobald der Kanalwasserspiegel um ein bestimmtes Maß abgesunken ist. Dadurch wird gewährleistet, dass der Kanal in einer drohenden oder eingetretenen  Notsituation (z.B. Dammbruch) nur zwischen zwei Sicherheitstoren leer laufen kann. Die entstehenden Schäden bleiben somit örtlich begrenzt.

Alle Sicherheitstore am Mittellandkanal sind weitgehend baugleich und bestehen im wesentlichen aus zwei sich gegenüberstehenden Türmen; dazwischen befindet sich ein vertikal beweglicher, stählerner Verschlusskörper ( Hub- Senktor ). In der oberen Ruhelage wird der Verschlusskörper auf beiden Seiten durch einfahrbare Metallriegel gesichert, d.h., das Tor wird in der  Ruhelage von den Türmen seitlich gehalten. Von Turm zu Turm gelangt man über einen festen, nicht beweglichen Übergang. In den Türmen befinden sich die Antriebsanlagen, die Gegengewichte und die Steuerungselektronik. Zur Eisfreihaltung der Anlage sind die in die Uferwände eingelassenen Verschlusskörpernischen beheizbar und auf der betonierten Sohlschwelle im Kanalbett befindet sich eine Luftsprudelanlage. An der Unterseite des Verschlusskörpers befindet sich eine Gummidichtung. Im abgesenkten Zustand drückt die Dichtung auf die betonierte Sohlschwelle im Kanalbett und dichtet das Kanalprofil ab.


Die Antriebsanlagen zum Heben und Senken des Verschlusskörpers bestehen aus zwei elektromechanischen Antrieben, die jeweils in den Türmen angeordnet sind, und einer mechanischen Gleichlaufwelle, welche die beiden Antriebe verbindet und deren Gleichlauf gewährleistet. Zur Entlastung der mit einer Leistung von je 11 KW ausgestatteten Motoren befinden sich Gegengewichte von jeweils 35 t in beiden Türmen, die das Eigengewicht des Verschlusskörpers aus Stahl von 115 t teilweise ausgleichen. Der Verschlusskörper und die Gegengewichte sind dabei durch insgesamt vier Seile mit der Antriebsanlage verbunden.


Im Bereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Braunschweig befinden sich am Mittellandkanal zwei Sicherheitstore:


Sicherheitstor Lohnde   Sicherheitstor Havelse

Sicherheitstor Lohnde, MLK-km 149,900                     Sicherheitstor Havelse, MLK-km 153,600