Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Braunschweig

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Inhalt: Stichkanal nach Salzgitter

Der rd. 18 km lange Stichkanal nach Salzgitter (SKS) zweigt westlich von Braunschweig bei MLK-km 213,530 (Höhe Wendeburg) aus dem MLK in südlicher Richtung ab und endet im Hafen Salzgitter. Der SKS ist Bundeswasserstraße bis SKS-km 17,964.

SKS

Wegen der ihm zugedachten Aufgabe, der Anbindung der damaligen „Reichswerke" an den MLK, war der SKS als zweischiffiger Kanal für den Verkehr von 1.000 t-Schiffen geplant. Der SKS überwand dabei den Höhenunterschied zwischen dem Hüttenstandort Salzgitter (Wasserspiegel NN 83,00 m) und der Scheitelhaltung des MLK (Wasserspiegel NN 65,00 m) durch zwei baugleiche Doppelschleusen mit je 9,00 m Gefälle (siehe Rubriken Schleuse Wedtlenstedt und Schleuse Üfingen).

Die Trasse ist aus Baugrundgründen nach Osten aus dem Aue-Tal verschoben, trotzdem war gut ein Drittel des rd. 18 km langen Kanals zu dichten. Der Kanal erhielt ein Muldenprofil mit 37 m Wasserspiegelbreite, 3,5 m Wassertiefe in Kanalachse und F = 91,75 m². 5,3 km Kanalstrecke sind als Dammstrecke (ein- bzw. beidseitig) ausgewiesen, rd. 6,5 km sind gedichtet. Die Dichtung besteht aus einer 30 cm starken Tonschicht mit einer 30 cm starken, unverklammerten Schutzschicht aus Wasserbausteinen.

Der Kanal war für Schleppschifffahrt mit 1.000-t-Kähnen geplant (der Monopolbetrieb Reichs- bzw. Bundesschleppbetrieb wurde bis 1966 betrieben). Aus diesem Grunde wurde der Abzweig aus dem MLK rechtwinklig zu diesem und trichterförmig gestaltet, da Schleppzüge aus Westen und Osten erwartet wurden. Ferner wurden an beiden MLK-Ufern im Einmündungsbereich Liegestellen als Kanalverbreiterungen vorgesehen, die später auch vom Schleppbetrieb zur Übernahme von Betriebsstoffen genutzt wurden.

Im Rahmen des seit 1965 begonnenen Ausbaues des MLK und seiner Zweigkanäle für die Wasserstraßenklasse IV wurde vorrangig der SKS an den Verkehr mit modernen Binnenschiffen angepasst. Hintergrund war die Aufgabe der Erzförderung im Raum Peine-Salzgitter Mitte der 70er Jahre, die Eröffnung des Elbe-Seitenkanals (ESK) 1976 und damit die Schaffung eines kostengünstigen Verkehrsweges für den Bezug von ausländischen Erzen für das Stahlwerk in Salzgitter. Der ESK eröffnete den Verkehr voll (2,50 m tief) abgeladener Schiffe mit 1.350 t Ladung von Hamburg nach Salzgitter. Hierzu musste der SKS ebenfalls zeitnah durch entsprechende bauliche Veränderungen angepasst werden und zwar:
Die Vergrößerung des wasserführenden Querschnitts nach den Ausbauparametern des Hauptkanals wurde unterhalb der Schleuse Wedtlenstedt umgesetzt. Das ursprüngliche Muldenprofil wurde dort durch ein Rechteckprofil mit 39 m Breite und 4,0 m Wassertiefe ersetzt; die Uferwände sind in Spundwandbauweise errichtet. Die Strecke ist, da der Spundwandholm 0,7 m oberhalb des Wasserspiegels der Scheitelhaltung von NN 65,00 m liegt, durch Wildleitzäune gesichert.
 
In den anschließenden Haltungen Wedtlenstedt und Üfingen wurde lediglich der Wasserspiegel um 0,3 m angehoben, so dass hier weiterhin das Muldenprofil mit jetzt 3,8 m Wassertiefe in der Kanalachse und F = 103 m² besteht. Die Freigabe der Schifffahrt mit 2,80 m tief abgeladenen und 9,50 m breiten Fahrzeugen 1995 hat bisher zu keinen größeren Beanstandungen geführt, Schwachstelle für den Verkehr großer Fahrzeuge (etwa 11,40 m Breite) ist neben der Strecke die Oberhaupteinfahrt der Schleusen mit einer Querschnittsfläche F = 39,60 m².

Aufgrund der stetig zunehmenden verkehrlichen Bedeutung laufen zur Zeit Planungen, den SKS auch für 11,45 m breite und 2,80 m abgeladene Schiffe auszubauen. In diesem Zusammenhang sollen auch die Westkammern der Schleusen Wedtlenstedt und Üfingen umgebaut werden. Neben dem Umbau der Häupter und der Anpassung der Untertore ist auch eine Verbreiterung der Kammern vorgesehen.